Bedeutendes Bauwerk der Vergangenheit: Das Stadtkrankenhaus Johannstadt und seine einzigartige Anstaltskirche

Das Stadtkrankenhaus Johannstadt in Dresden war ein bedeutendes Krankenhaus, das auch eine eigene Kirche besaß. Die Anstaltskirche wurde im Jahr 1901 eröffnet und war ein architektonisches Meisterwerk im Stil der Neuromanik. Der renommierte Architekt Edmund Bräter entwarf sowohl das Krankenhaus als auch die Kirche. Die Außenseiten der Kirche waren mit Reliefs und Verzierungen des Bildhauers Otto Schilling geschmückt.

Die Kirche hatte einen imposanten Kirchturm von etwa 31 Metern Höhe, der mit einer Uhr und zwei Glocken ausgestattet war. Im Inneren der Kirche dominierte der Jugendstil, mit Buntglasfenstern, die biblische Motive zeigten. Das Kirchengestühl, die Kanzel, die Emporen und die Decke waren aus Kiefernholz gefertigt. Die Orgel stammte von Jehmlich Orgelbau Dresden und hatte zwei Manuale sowie 810 Orgelpfeifen. Der Altar bestand aus Sandstein und zeigte ein beeindruckendes Relief.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden Pläne zur Umstrukturierung des Krankenhauses aufgrund der Machtergreifung der Nationalsozialisten verworfen. Bei den Luftangriffen auf Dresden im Februar 1945 wurde die Kirche schwer beschädigt und brannte vollständig aus. Obwohl die Wände noch relativ intakt waren, entschied die Krankenhausleitung 1946 den Abriss der Ruine.

Erst im Jahr 2001 wurde am selben Ort ein neues ökumenisches Seelsorgezentrum errichtet. Der Neubau wurde von den Architekten Johannes Kister, Reinhard Scheithauer und Susanne Gross entworfen und genau 100 Jahre nach der Weihe der Anstaltskirche eingeweiht. Bei den Bauarbeiten wurden Trümmer der alten Kirche gefunden, die nun in einem kleinen Park am Neubau ausgestellt werden.

Die Geschichte des Stadtkrankenhauses Johannstadt und seiner Anstaltskirche ist ein bedeutendes Kapitel in der Dresdner Geschichte. Das neue Seelsorgezentrum steht heute als Symbol für den Wiederaufbau und die Erneuerung der Stadt Dresden.

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