Die Christuskirche in Dresden-Klotzsche: Ein historisches Juwel

Die Christuskirche in Dresden-Klotzsche: Ein historisches Juwel

Die Christuskirche in Dresden-Klotzsche ist eine evangelisch-lutherische Kirche mit einer langen Geschichte. Sie wurde von 1905 bis 1907 erbaut und ist seit der Eingemeindung Klotzsches im Jahr 1950 eine der Dresdner Kirchen. Der denkmalgeschützte Sakralbau von Woldemar Kandler besticht durch seine architektonischen Besonderheiten und künstlerischen Schätze.

Geschichte:
Klotzsche hatte bereits seit dem Mittelalter eine eigene Kirche, die jedoch mehrmals durch Brände zerstört wurde. Im Jahr 1811 wurde die Alte Kirche in Klotzsche neu errichtet und ist bis heute erhalten geblieben. Mit der Entwicklung des Ortsteils Königswald um den Klotzscher Bahnhof entstand der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus in der Nähe. Im Jahr 1894 wurde Klotzsche schließlich eine selbständige Kirchgemeinde.

Bau und Architektur:
Der Entwurf für die Christuskirche stammte von Architekt Woldemar Kandler, der bereits die St.-Michaeliskirche in Bühlau erbaut hatte. Der Bau wurde im Jahr 1905 begonnen und im März 1907 eingeweiht. Die Kirche ist als Zentralbau mit steilem Walm- und Satteldach konzipiert und hat einen 52 Meter hohen Turm mit geschwungenen Giebeln, Turmuhr, achteckiger Laterne und einer Spitze mit goldenem Kreuz. Der Bau wird durch Anbauten am Turm und Chor ergänzt. Die Fassade besteht größtenteils aus schlichtem Graupelputz, während das Hauptportal aus Sandstein kunstvoll gestaltet ist.

Innenausstattung:
Der Innenraum der Christuskirche beeindruckt durch seine Gestaltung ohne Stützen und ein Rippengewölbe, das in einer flachen Hängekuppel endet. Die Empore aus dunkelbraunem Kiefernholz dominiert den Zentralraum. Der Chor liegt zwei Stufen höher und ist vollständig ornamental ausgemalt. Hier befinden sich auch der Altar, die Kanzel, das Lesepult und der Taufstein. Besonders sehenswert ist das monumentale Altarbild von Osmar Schindler, das die Kreuzigung Christi darstellt.

Orgel und Glocken:
Die Christuskirche verfügt über eine pneumatische Orgel der Dresdner Orgelbauer Gebrüder Jehmlich aus dem Jahr 1907. Das Instrument wurde im Laufe der Zeit mehrmals erweitert und überholt. Das Geläut der Kirche wurde mehrfach erneuert, da die ursprünglichen Bronzeglocken im Ersten Weltkrieg abgeliefert werden mussten.

Die Christuskirche in Dresden-Klotzsche ist nicht nur ein architektonisches Highlight, sondern auch ein Ort mit einer reichen Geschichte und künstlerischen Schätzen. Ein Besuch lohnt sich für alle Interessierten an sakraler Kunst und historischer Architektur.

Quellen:
– Georg Dehio (Hrsg.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler Dresden. Aktualisierte Auflage. Deutscher Kunstverlag, München und Berlin 2005.
– Jürgen Helfricht: Dresden und seine Kirchen. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2005.
– Hartmut Mai: Die Christuskirche in Dresden-Klotzsche. Schnell & Steiner, Regensburg 1996.

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